Erfinderclub

Was ist denn eigentlich der Erfinder-Club?

Wie so oft im Leben gibt es auf diese recht simple Frage keine einfache oder schnelle Antwort, denn der Erfinder-Club ist keine typische AG. Vielmehr verortet er sich im Spannungsfeld zwischen Physik, Chemie, Mechanik, Elektrik, Informatik und Elektronik und versucht diese praktisch erlebbar zu machen. Viele werden nun denken, dass es sich also um klassischen NwT-Unterricht handelt, was wiederum gut zum dbg und seinem Profil passt, jedoch war es Herrn Dolde bei der Gründung des Erfinder-Clubs wichtig, dass der Charakter der schwäbischen Tüftlerwerkstatt nicht verloren geht. Konkret bedeutet das, dass wir natürlich versuchen, Probleme im oben genannten Spannungsfeld aufzugreifen, jedoch ist es völlig in Ordnung, wenn auch einmal etwas schief geht… trial & error eben.

Ursprünglich war der Schaffensort des Erfinder-Clubs die Werkstatt von Herrn Schäfer, welche wir stets gern nutzten. Im Rahmen der NwT-Umstrukturierungsmaßnahmen konnte sich der Erfinder-Club einen Platz in der neuen, voll ausgestatteten Werkstatt sichern. Seit einem Jahr sind wir nun dort im Einsatz. Der Umzug hat uns zwar einiges an Zeit gekostet, jedoch wird uns unser Schrank stets an diese chaotische Startphase erinnern (#Jalousiescout). Wenn wir einmal nicht in der Werkstatt anzutreffen sind, befinden wir uns entweder auf einem Feldversuch oder besuchen die „Hobby & Elektronik“ auf dem Messegelände Stuttgart. Der Besuch solcher Messen ist nicht nur interessant, sondern er ermöglicht es uns, stets neue und innovative Ideen zu bekommen und natürlich auch unsere Werkzeugkiste aufzubessern.

Die Idee für ein neues Projekt beginnt meist in munterer Runde, indem wir zunächst ein paar Witze über Alltagsprobleme und deren mögliche Lösung machen, bis man im Zuge der Übertreibungen feststellt, dass manche Dinge davon tatsächlich realisierbar und nützlich sind. In diesem Moment ist der Erfinder-Funke entfacht und wir beißen uns an einem Projekt fest.

Im Lauf der Zeit haben wir uns im Erfinder-Club einer Vielzahl von Problemen und Aufgaben gewidmet. Angefangen von Raketen (man erinnert sich noch heute an den spektakulären Flug übers Schulgebäude und die weniger spektakuläre Landung) über ein verkehrssicheres Fahrrad; einen intelligenten Spazierstock mit Vital-Check; einen Tee-Vollautomat; eine Drohne, die sowohl fahren als auch fliegen kann, bis hin zum Wiederaufgreifen eines unserer Herzensprojekte, dem Fahrrad mit dualem Elektroantrieb.

Unter den vielen Ideen, die bei den 'Erfindern' besprochen, berechnet und auch wieder verworfen wurden, fanden immer wieder kleinere Projekte den Weg ans Licht. Unter anderem eine selbst rotierende Plattform für den neu erworbenen 3D-Scanner, mit dessen Hilfe verschiedene Bauobjekte eingescannt werden und anschließend im 3D-Drucker Form annehmen. An dieser Stelle möchten wir auch DANKE sagen, denn all diese Projekte wären nicht möglich ohne die Unterstützung der BW-Stiftung, welche uns seit dem ersten Projekt begleitet.

So ist der Erfinderclub unter Leitung von Herrn Hartmann seit vielen Jahren ein fester Bestandteil unseres Schulprogramms und ganz typisch für das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Filderstadt: Zum einen, weil dort im Team unkonventionell sehr erfolgreich gearbeitet wird und so schon viele Preise und Auszeichnungen errungen werden konnten, womit der Erfinderclub weit über die Schule hinaus schon viel Beachtung fand. Zum anderen, weil mit Herrn Schock, dem Vater einer ehemaligen Schülerin, und Herrn Bernhard, einem Ingenieur im Ruhestand, die beide seit Jahren hochmotiviert dabei sind, Schüler, Eltern und Fachleute von außen beispielhaft zusammenarbeiten und sicherlich einen wesentlichen Teil des Erfolgsrezepts unseres Erfinderclubs darstellen. Der enge Zusammenhalt der AG wird auch deutlich, wenn „alte Hasen“, die ihr Abitur bereits vor langer Zeit abgeschlossen haben, immer noch vorbeischauen und freitags noch die Zeit finden, gemeinsam mit anzupacken und die neuen Erfinder einzulernen.

Wer darf in den Erfinder-Club?

Prinzipiell ist jeder, der Interesse an den naturwissenschaftlichen Fächern hat, herzlich willkommen, jedoch gibt es eine kleine Einschränkung. Du solltest mindestens in der 8. Klasse sein, da unsere Projekte auf Grundkenntnissen in den oben genannten Fachbereichen aufbauen. Wir treffen uns wöchentlich freitags um 14:00 Uhr vor dem Aufzug im UG und starten von dort aus gemeinsam in Richtung Werkstatt. Wenn du Interesse hast, dir aber noch nicht ganz sicher bist, kannst du auch gerne mal „rein schnuppern“ und dir anschauen, was wir so konstruieren. (Hm)

Erfinderclub auf der "Hobby & Elektronik"

Vom 19.-22.11.2015 öffnete die Messe „Hobby & Elektronik“ auf dem Messegelände Stuttgart ihre Pforten und ermöglichte allen Interessierten einen Einblick in die neuesten Technik- und Elektroniktrends. Die renommierte Messe lässt Tüftlerherzen höher schlagen und bietet ein breites Spektrum von Computer-Hardware und Software bis hin zu Unternehmen und Institutionen, die den Bereich Forschung & Technik repräsentieren. Diese Veranstaltung nutzten auch unsere jungen Erfinder, um Ideen und Anregungen für bestehende Projekte (Aerokrat & SMART-Stock) zu sammeln und fehlende Werkzeugbestände zu vervollständigen. Im Rahmen der Veranstaltung konnten auch interessante Impulse für zukünftige Projektideen gesammelt werden (Fließbandproduktion; Motoren…). Einziger Wermutstropfen an einem sonst vollkommen gelungenen Ausflug war die Tatsache, dass die „Hobby & Elektronik“ nicht im alleinigen Fokus stand, da diese mit verschiedenen anderen Messen zusammengelegt wurde. (MH & Hm)

Auszeichnung durch den Verkehrsminister

Unser Erfinderclub hatte mit seiner Entwicklung eines verkehrssicheren Fahrrads an einem vom Land Baden-Württemberg ausgeschriebenen Wettbewerb teilgenommen. Hierbei erreichte er unter ca. 100 Einsendungen einen sehr guten Platz unter den TOP 10. Deswegen durfte er am Freitag, 7. Dezember 2012 nach Stuttgart fahren, um dort den Preis von Verkehrsminister Winfried Hermann (im Bild rechts) entgegenzunehmen. Nach dem anschließenden Buffet ging es mit der S-Bahn wieder zurück nach Filderstadt. (M. Vogler, Kl. 9c)

 

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